Barfuß zuhause – Der Preis von Parkett

Die Antwort auf Frage nach dem Preis eines Parkettbodens ist so vielfältig, wie das Material selbst. Wichtig ist, im Vorfeld ein paar entscheidende Faktoren zu beachten, die bei der Entscheidung für den richtigen Parkettboden und einer realistischen Preiseinschätzung von Bedeutung sind. Wie bei allen Preisvergleichen im Bausektor sei der Hinweis erlaubt: Achten Sie darauf, dass die Angebote hinsichtlich der Materialien und der handwerklichen Leistung vergleichbar sind. So ist in Sachen Werthaltigkeit ein schwimmender Fertigparkett, der auch von Heimwerkern verlegt werden kann, nicht zu vergleichen mit dem Parkettboden, den der Handwerker anbietet. Während es sich bei Fertigparkett um Mehrschichtmaterial mit dünner Nutzschicht handelt, verlegt der seriöse Handwerker meist sehr viel robusteres, hochwertigeres Massivparkett.

Fazit: Hier liegen die Unterschiede, die sich mehr und mehr durchmischen: Schwimmend verlegter Klickparkett auf der einen Seite. Massives oder hochwertiges Zweischichtparkett, das vollflächig verklebt, vor Ort geschliffen und dessen Oberfläche vor Ort geölt oder versiegelt wird, auf der anderen. In diesen Kriterien sind die Preisunterschiede zu suchen.

Mit welchen Kosten müssen Modernisierer und Bauherren rechnen? Folgende Formel gliedert die Kosten: Ca. 40% entfallen auf das Material, 40 bis 50% auf die handwerkliche Leistung und ca. 15 bis 20% rechnet man für Sockel, Erst-Einpflege und Arbeiten an Übergängen.

Entscheidend für Auswahl des richtigen Parkettbodens bereits im Vorfeld sind die baulichen Voraussetzungen, z.B. ob Ihr Parkettboden auf einer Fußbodenheizung liegen soll und wie der Raum genutzt wird. Handelt es sich auch um Küche und Bad? In diesen Fällen ist unbedingt von schwimmend verlegtem Parkett abzuraten.

Schwimmend verlegt oder vollflächig verklebt?

Sollte Ihr schwimmend verlegter Fertigparkett nach ein paar Jahren zerkratzt und nicht mehr schön sein, werden Sie lange suchen müssen, bis Sie einen Handwerker finden, der solch einen Boden saniert. Versucht man Klickparkett zu schleifen, kommt es vor, dass die Verbindungen nicht halten und sich ganze Parkettverbände beim Schleifen lockern. Weiter stellen wir oft fest, dass bei Fertigparkett nach ein paar Jahren die Ränder hochstehen, sodass bei 2,5 mm Nutzschicht die Gefahr des Durchschleifens schon beim ersten Sanierungsschliff  besteht. Der Parkettleger dagegen verklebt Ihren Parkettboden vollflächig mit speziellem lösemittelfreien Parkettklebstoff, der das Arbeiten des Parkettbodens auch über Jahre hinweg mitmacht. Damit ist das Holz fest mit dem Estrich verbunden, die Oberfläche kann entsprechend nachhaltig bearbeitet werden. Auch etwaige Schäden können bei (naturgeöltem) handwerklich verlegtem Parkett auch nach Jahren noch partiell ausgebessert werden.

Fertigparkett oder Massivholzdiele?

Ein weiterer wesentlicher Unterschied im Hinblick auf Ästhetik und Funktion ist die Art der Oberflächengestaltung und –Veredelung von Parkettböden. Fertigparkettstäbe müssen produktionsbedingt schnell trocknen. Der Materialauftrag von Lacken oder Ölen bei diesen maschinell erstellten Oberflächen ist daher wesentlich geringer als bei handwerklich geöltem oder versiegeltem Parkett. Hier erfolgt die Oberflächenbehandlung i.d.R. zwei- bis dreilagig. Dementsprechend liegen die Standzeiten der Flächen auch bei ca. 3 bis 5 Jahren bei Fertigparkett und bei 10 bis 15 Jahren bei handwerklich verlegten Parkettböden. Das mit natürlichen Ölen ausgeführte Olio-Therm®-System erlaubt uns zu behaupten: Richtig gepflegt muss dieser Parkettboden nie mehr geschliffen werden!

Kleiner Parkettstab oder Schlossdiele?

Grundsätzlich gilt in Bezug auf den Preis von Parkett für das Material: Die Größe der Oberfläche des einzelnen Stabes und die Art der Materialien bestimmen die Kosten. Das heißt, je größer der einzelne Parkettstab (oder die Diele) und seine Oberfläche, desto höher der Preis. Und weiter: Je dicker die oberste (Nutz-) Schicht, desto preisintensiver. Aber auch die Qualität der Verarbeitung, die Passgenauigkeit der Stäbe zueinander und die Auswahl der Hölzer in den Schichten untereinander sind entscheidende Kriterien für Dauerhaftigkeit und Werthaltigkeit des Parkettbodens. Und abhängig von der Holzart und dem Querschnitt des Parkett- oder Dielenstabes ist die Schwindungsneigung und mithin die Gefahr, dass sich auf Dauer Fugen und Verwerfungen in der Fläche bilden. Ein Massivstab neigt tendenziell mehr zu Verwerfungen als ein Zweischichtparkett. Andererseits reicht bei billig produzierter Mehrschichtware schon geringes Quellen und Schwinden, dass in der Folge sich die Deckschicht hebt oder sich vollständig löst. Allein die Auswahl der Holzarten ist hier von Bedeutung. Zweischichtparkett von hoher Qualität wird als besonders schwindungsarm gesehen. Hier stellt sich die Frage nach dem Material des Unterzugs und des verwendeten Klebers. Und klar muss sein, dass ein Zweischichtparkett, bei dem 6 mm Nutzschicht aus Eiche auf 7 mm Eiche im Querzug verleimt ist, weniger schwindet als ein Eicheparkett mit einem Unterzug aus Pappel… „Expertenwissen..??“ Aber ja! Und dennoch keine Raketenwissenschaft! Fragen Sie einfach Ihren Parkettleger! Die folgende Tabelle soll eine Orientierung geben, welche Preise bei Parkettböden realistisch sind:

Nettopreise für Parkettboden nach Qualitätsstufen (beispielhalft)

Qualität                      einfach              mittel                 gehoben

Nutzschicht                2,5 mm              3,6 mm              5 mm bis massiv

Material                      20 € bis 30 €     30 bis 50 €        60 € bis 90 €

Verlegung                   15 €                   30 € bis 35 €     40 € bis 75 €

Summe pro m²          35 bis 45 €        60 € bis 80 €     100 bis 150 €

Steigert ein Parkettboden den Wert des Wohnraums?

Zweifellos gehört echter Parkett zu den höherwertigen Bodenbelägen. Das heißt nicht, dass Parkettboden – auch aus der gehobenen Klasse (s. Tabelle) – teuer sein muss, bedenkt man, dass großformatige Natursteinfliesen auch leicht über 100 € kosten können. Die Frage im Bausektor nach dem Preis muss immer Nutzungsdauer, Unterhaltskosten und Sanierungsfähigkeit beinhalten. So sind naturgeölte Massivparkettböden pflegeleicht, die Folgekosten sind sehr gering. Schicke Klickparkettdielen dagegen werden heute zum Teil für satte 80 € angeboten! Hinzu kommt das Verlegen für ca. 15 bis 20 €. Bedenkt man, dass es sich, wie eingangs erwähnt, im Grunde um einen „Einweg-Boden“ handelt, sollte man lieber zum Handwerker gehen, der einen massiven Schiffsboden für den gleichen Preis professionell verlegt und veredelt und der eine Lebenszeit(!) hält. Wir sagen: Ja, jeder solide verlegte Parkettboden steigert den Wert der Immobilie! Und wer zu Hause gerne barfuß läuft, wird die warme, natürliche Holzoberfläche einem kalten Fliesen- oder Vinylboden vorziehen. Ob sich das auf den Preis der Immobilie niederschlägt, kann man nicht von vornherein sagen. In jedem Fall aber steigert Parkettboden die Wohnqualität.